Egal, woher Du stammst, wie Du aussiehst,
an welchen Gott Du glaubst oder nicht
und egal, wen Du liebst:
Du gehörst zu uns, zu unserer Gemeinde und zu
unserem Land. Du hast Respekt verdient.
© 2024 FOTOGRAFIC.de Steffen Hauswirth | Grafik: stock.adobe.com PureSolution
Neujahrsgruß der Initiative für Respekt, Toleranz und Vielfalt in Pfinztal

Mit Haltung, Herz und offenem Ohr für Pfinztal, Appell zum Start ins Jahr 2026

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, liebe Pfinztalerinnen und Pfinztaler,

zuerst einmal: Ein frohes neues Jahr euch allen! Das Koordinierungsteam der Initiative hofft, ihr konntet die Tage zwischen den Jahren nutzen, um ein wenig durchzuatmen, Kraft zu tanken und den Blick nach vorne zu richten. Das wird nicht einfach.

Wir leben aktuell in einer Zeit, in der das Wort "Herausforderung" fast schon wie eine Untertreibung klingt. Wir spüren es alle: In den sozialen Netzwerken, in den Kommentaren der lokalen Presse, aber leider auch immer öfter in persönlichen Begegnungen. Die Stimmung hat sich verändert.

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Es gibt eine Tendenz in unserem Land, die sicher vielen von uns schwer auf dem Herzen liegt. Es ist die schleichende Abkehr von den Grundwerten unserer Demokratie. Es gibt Akteure, deren politisches Geschäftsmodell nicht der Aufbau ist, sondern die Zerstörung. Die Soziolog:innen Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey nennen es in ihrer neuen Publikation treffend "demokratischen Faschismus" mit einer ausgeprägten Zerstörungslust. Carolin Amlinger, Oliver Nachtwey: "Zerstörungslust – Elemente des demokratischen Faschismus", Surkamp Verlag, 2025 Es geht nicht mehr um das bessere Argument, sondern um das bewusste Einreißen von regelbasierten Strukturen, von Vertrauen und von Fakten.

Wir erleben eine sprachliche Verrohung, die uns erschreckt. Eine Welt, in der die Bereitschaft zur sofortigen Empörung höher geschätzt wird als die Bereitschaft zur Differenzierung. Wo Meinungen als unumstößliches "Wissen" verkauft werden und wissenschaftliche Erkenntnisse einfach beiseite gewischt werden, wenn sie nicht ins eigene Weltbild passen.

Und immer wieder dieser eine Satz, der wie ein Mantra vor sich hergetragen wird: "DIE Politik ist schuld." Dieser Satz ist gefährlich, denn er entzieht uns der gemeinsamen Verantwortung. Er macht aus Bürgerinnen und Bürgern bloße Zuschauer oder – schlimmer noch – erbitterte Gegner eines Systems, das uns eigentlich alle schützt.

Wie kommen wir da wieder zusammen?

Die Antwort liegt direkt vor uns, schwarz auf weiß: Unser Grundgesetz. Es ist das beste Fundament, das wir je hatten. Es feiert in diesem Jahr seinen 77. Geburtstag. Es ist kein trockenes Dokument; es ist ein Versprechen auf Menschenwürde, Freiheit und die Werteordnung eines demokratischen Miteinanders, selbstverständlich auch des Streitens – aber eben innerhalb von Regeln.

Um Vorverurteilungen entgegenzuwirken, müssen wir bei uns selbst anfangen. Wir müssen den Mut haben, die Komfortzone unserer eigenen "Filterblase" zu verlassen.

Könnte freundliches Zuhören helfen?

Zuhören ist in diesen Zeiten ein fast schon revolutionärer Akt. Wenn wir Menschen in unserem Umfeld erleben – in der Familie, im Sportverein, im Kollegium –, die beginnen abzudriften, ist unsere erste Reaktion oft Abwehr oder Gegenrede. Vgl.: Ulrich Schnabel: Diskussion mit Andersdenkenden: "Nicht dein Ernst", aus DIE ZEIT vom 25.12.2025 Das ist verständlich. Aber vielleicht ist das "freundliche Zuhören" der Schlüssel, um die Tür überhaupt erst einmal offen zu halten.

 

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Freundliches Zuhören

 

Zuhören bedeutet nicht, einer demokratiefeindlichen Meinung zuzustimmen. Es bedeutet, den Menschen hinter der Frustration zu sehen. Es bedeutet zu fragen: "Was macht dir eigentlich solche Angst?" oder "Wie kommst du zu dieser Einschätzung?". Oft entlarvt sich das faktenfreie "Wissen" im ruhigen Gespräch von selbst – ganz ohne dass wir den moralischen Zeigefinger heben müssen.

Was brauchen wir dafür?

  1. Geduld: Wir werden die Welt nicht bei einem Abendessen retten. Aber wir können Zweifel säen, wo vorher nur starre Wut war.
  2. Resilienz: Wir brauchen ein dickes Fell gegen die Verrohung, aber ein weiches Herz für die Menschen.
  3. Präsenz: Wir als Mitglieder der Initiative für Respekt, Toleranz und Vielfalt in Pfinztal müssen dort sein, wo die Menschen sind. Wir müssen Politik anfassbar machen und zeigen: "Die Politik" – das sind wir alle hier im Ort.

Wir haben keine abschließende Antwort darauf, wie wir die Tendenz zur gesellschaftlichen Spaltung morgen beenden. Aber wir wissen, dass wir hier in Pfinztal anfangen können. Indem wir die Werte unseres Grundgesetzes vorleben. Indem wir faktenbasiert bleiben, aber emotional erreichbar.

Lasst uns dieses Jahr nutzen, um für die Verbesserung des Klimas in unserer Gesellschaft zu kämpfen. Lasst uns diejenigen sein, die zuhören, die andere Perspektiven verstehen lernen und die gekappte Verbindungen wiederherstellen – ohne die eigenen Werte zu verraten.

Wir danken euch allen Unterstützerinnen und Unterstützern unserer Initiative für euer Engagement, für eure Leidenschaft und für eure Freundschaft. Auf ein gesundes, friedliches und demokratisches Jahr 2026 hier bei uns in Pfinztal!

Koordinierungsteam der Initiative für Respekt, Toleranz und Vielfalt in Pfinztal

Unsere Ziele

Die Ziele der Initiative:

Wir wollen Vorverurteilungen und Unterstellungen ohne Faktenbeleg in Diskussionen um gesellschaftliche Fragen aller Art vorbeugen und behaupteten Verschwörungsfantasien keinen Raum geben.

Menschenverachtende Äußerungen verstören uns. Verrohung der Sprache schafft Wirklichkeit. Was vor ein paar Jahren noch unsagbar war, ist heute in weiten Teilen der Gesellschaft wieder "angesagt". Dieser Sprache können Taten folgen (aktuelle Beispiele: Reichsbürger-Putschversuch, Islamisten-Versammlung in Hamburg, Angriffe auf Kommunal-, Landes-, Bundes- und Europa-Politikerinnen und -Politiker).

Dieser Gefahr wollen wir uns stellen. Durch Sensibilisierung der Menschen im Gespräch miteinander, durch offene Kommunikation im demokratischen Diskurs - Face-to-Face analog - sehen wir eine Chance, dieses Gefahrenpotenzial zumindest in Pfinztal einzudämmen.

Wir positionieren uns als Netzwerk gegen Hass und Hetze, für Respekt, Toleranz und Vielfalt = demokratische Werte.

Weitere Aktion können wir uns vorstellen: offene regelmäßig stattfindende Gesprächsrunden, Meinungsaustausch, Vorträge, Workshops, Faktenchecks, Veranstaltungen unter dem Zeichen des Aufrufs, ...

Koordinierungsteam:
Claudia Eichhorn, Kristin Frensch, Ursula Georg, Monika Lüthje-Lenhart, Jutta Maier, Paul Mehrer, Anke Müller, Harry Stoll

Respekt, Toleranz und Vielfalt in Pfinztal

Sie finden hier die Seite mit Terminen und Nachrichten.

Sie finden hier die Seite mit den Berichten.

Links

Einige Links:

Internationale Wochen gegen Rassismus 2026

Die Gemeinde Pfinztal wird im Jahr 2026 zum ersten Mal an den Internationalen Wochen gegen Rassismus teilnehmen. Unter dem Motto 100% Menschenwürde – zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus bekennt sich die Gemeinde zu einem demokratischen Miteinander in Vielfalt und setzt ein Zeichen für Menschlichkeit.

SINUS Jugendstudie 2024

Die qualitative Jugendstudie "Wie ticken Jugendliche?" untersucht im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung alle vier Jahre auf Basis von mehrstündigen Einzelexplorationen die Lebenswelten der 14- bis 17-Jährigen und berichtet über die aktuelle Verfassung der jungen Generation in den unterschiedlichen Lebenswelten.

"Wie immun bist Du?" - ein Spiel

Das Projekt "Conspiracy Virus" wird durch die Bundeszentrale für politische Bildung im Rahmen des Programms "Demokratie im Netz" gefördert. Dies ist ein Förderprogramm zur Stärkung digitaler politischer Bildung mit Schwerpunkten auf Rechtsextremismus, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und (digitale) Partizipation.

Karlsruhe gegen Rechts

Das Netzwerk Karlsruhe gegen Rechts ist ein Zusammenschluss von Vertreter*innen öffentlicher und zivilgesellschaftlicher Organisationen und Gruppen in Karlsruhe, die sich im Rahmen ihrer professionellen oder ehrenamtlichen Tätigkeit gegen Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit engagieren.

Omas gegen Rechts

Omas gegen Rechts Gruppe Karlsruhe ist eine zivilgesellschaftliche, überparteiliche Initiative, die sich in den politischen Diskurs einmischen will. Willkommen sind alle Menschen, unabhängig vom Alter, die über die politische Entwicklung besorgt sind und sich für eine vielfältige und offene Gesellschaft einsetzen wollen.

Impressum

Das Impressum

Initiative für Respekt, Toleranz und Vielfalt in Pfinztal

Webseite: Respekt-Toleranz-Vielfalt.de

Mail:

und:

Vertreten durch:
Monika Lüthje-Lenhart
Jöhlinger Straße 20
76327 Pfinztal

im Auftrag des Koordinierungsteams

Claudia Eichhorn, Kristin Frensch, Ursula Georg, Monika Lüthje-Lenhart, Jutta Maier, Paul Mehrer, Anke Müller, Harry Stoll


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